Wie Sie Fernstudium-Kosten sparen können!

Um Ihre Fernstudium-Kosten zu senken, sollten Sie sich unbedingt frühzeitig über finanzielle Fördermöglichkeiten informieren, damit Sie nichts übersehen oder womöglich eine Antragsfrist verpassen.

Inhaltsverzeichnis dieser Seite:

Wie Sie auf dieser Seite ganz schnell sehen können, welche finanzielle Förderung für Sie infrage kommt.

Wenn Sie sich zu einem Fernstudium/Fernlehrgang anmelden wollen, weil Sie das Angebot kostenlos testen möchten (was bei allen Anbietern für mindestens 4 Wochen problemlos möglich ist), dann bedenken Sie bitte, dass Sie bei manchen Förderprogrammen Ihren Antrag VOR Beginn der Weiterbildung einreichen müssen!

Auf welche Förderung Sie Anspruch haben, hängt von Ihrem momentanen persönlichen „Status“ ab:

Sind Sie angestellt? Sind Sie selbstständig? Sind Sie verheiratet? Wie alt sind Sie? Wo wohnen Sie? Welche Ausbildung haben Sie? Wie viel Berufserfahrung haben Sie? (Und einige andere Kriterien.)

Damit es für Sie einfacher wird, schnell die passende finanzielle Unterstützung zu finden, können Sie unten auf dieser Seite erstmal abgleichen, ob Ihre persönlichen Voraussetzungen mit denen übereinstimmen, die Sie vorweisen müssen, um bestimmte Prämien, Gutscheine, Förderungen und Stipendien in Anspruch nehmen zu können.

Danach werden alle Förderungen ausführlich vorgestellt.

Nackte Preise – oder darf’s auch ein bisschen mehr sein?

Wie viel Sie für Ihr Fernstudium oder Ihren Fernlehrgang genau bezahlen müssen, können Sie einfach* auf den Webseiten der Anbieter herausfinden.

Achten Sie beim Vergleichen der Preise aber auch auf versteckte Fernstudium-Kosten!

  • Sind die Prüfungsgebühren in den Gesamtkosten enthalten oder nicht?
  • Müssen Sie zusätzlich zu den Studienmaterialien teure Fachbücher kaufen?
  • Müssen Sie die Gebühren auch bezahlen, wenn Sie wegen Krankheit oder aus anderen Gründen ein Semester pausieren?
Im Fernstudien-Anbieter-Check finden Sie 17 weitere Fragen, die Ihnen helfen, versteckte Kosten zu entdecken. Sie können den Anbieter-Check hier kostenlos downloaden!

einfach* = Manche Anbieter rücken die Gebühren-Infos allerdings erst raus, wenn Sie sich mit Ihrer Adresse in einem internen Bereich anmelden.
Das ist zwar ein wenig nervig, hat aber auch den Vorteil, dass Sie am nächsten oder übernächsten Tag automatisch die Kataloge der Fern(hoch)schulen bekommen, zu Hause auf dem Sofa alles in Ruhe vergleichen können und später immer per Post auf aktuelle Angebote und Rabattaktionen hingewiesen werden.

Wie können Sie grundsätzlich Fernstudium-Kosten sparen?

Sie bekommen einen Rabatt.

Sehen Sie sich bei allen Anbietern genau an, ob Ihnen schon aufgrund Ihrer momentanen Situation – weil Sie zum Beispiel Auszubildende/r, Student/in, Bundeswehrangehörige/r oder Rentner/in sind – Rabatt eingeräumt wird.

Ihr Arbeitgeber unterstützt Sie.

Informieren Sie Ihren Arbeitgeber über Ihre Weiterbildungspläne! Nutzen Sie folgende Argumente, wenn Sie über eine Beteiligung der Firma an Ihren Weiterbildungskosten sprechen:

Sie ersparen Ihrer Firma den Stress mit der Mitarbeitersuche.
Vielleicht sind Ihre Vorgesetzten begeistert, weil jemand mit Ihrer angestrebten Zusatzqualifikation im Unternehmen fehlt und die aufwändige Suche nach einem geeigneten neuen Mitarbeiter nicht notwendig sein wird – denn Sie werden diese Aufgaben nach Ihrer Weiterbildung übernehmen können.

Bieten Sie gegebenenfalls einen „umgekehrten“ Kündigungsschutz an. Sichern Sie zu, dass Sie die Firma nach Ihrer Weiterbildung für einen bestimmten Zeitraum nicht verlassen werden, damit sich für Ihren Arbeitgeber die Investition in Ihre Zusatzqualifikationen auf jeden Fall lohnt.

Sie bekommen keine finanzielle Unterstützung? Dann so: Sie könnten fragen, ob es zumindest möglich wäre, Sie für die Teilnahme an Seminaren und/oder für die Prüfungen zu beurlauben, so dass Sie Ihre Urlaubstage nicht dafür nutzen müssen.

Sie könnten auch offiziell Bildungsurlaub beantragen. Dann bekommen Sie Ihr Gehalt weiterhin, während Sie an einem kompakten, kürzeren Fernlehrgang teilnehmen. Für die Kosten Ihrer Weiterbildung müssen Sie dabei selbst aufkommen.

Sie sparen Steuern.

Als Arbeitnehmer/in können Sie „Bildungsausgaben“ – zum Beispiel die Fernlehrgangsgebühr, Fahrt- und Hotelkosten – in Ihrer Steuererklärung als Werbungskosten einzeln abrechnen und sich so einen Teil des Geldes „zurückholen“.

Weil das Finanzamt aber sowieso schon pauschal 1.000 Euro jährlich als Werbungskosten anerkennt, lohnt sich die Einzelabrechnung nur, wenn Sie insgesamt mehr ausgegeben haben.

Als Selbstständige/r können Sie die Kosten einer Weiterbildung als Betriebsausgaben geltend machen.

Eltern in Elternzeit und auch Arbeitslose können die Ausgaben für ihre Weiterbildung auch als Werbungskosten abrechnen.

Wie können Sie individuell Fernstudium-Kosten sparen?

Manchmal sind es nur wenige Kriterien, die Sie erfüllen müssen, um zur Zielgruppe einer bestimmten Förderung zu gehören.

Manchmal ist es etwas komplizierter, an die Gelder heranzukommen.

Folgende Faktoren können entscheidend sein:

  • Ihr beruflicher Status
  • Ihr Alter
  • Ihr Wohnort
  • Ihre angestrebte Weiterbildung
  • Oder andere, siehe unten!

Vergleichen Sie Ihre persönliche Situation mit den verschiedenen Voraussetzungen und lesen Sie dann die ausführlichen Infos über die Förderung, bei der beides zusammenpasst.

Welche Förderung passt zu Ihren Voraussetzungen?

Sie sind alleinstehend und angestellt: Informieren Sie sich über den Prämiengutschein und/oder das Weiterbildungssparen.
  • Für alleinstehende Arbeitnehmer/innen mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 20.000 Euro: Prämiengutschein
  • Für alleinstehende Arbeitnehmer/innen, die nach dem Vermögensbildungsgesetz (VermBG) vermögenswirksame Leistungen in Form eines Bausparvertrags ansparen und Anspruch haben auf die „Arbeitnehmersparzulage“ (das ist der Fall bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 17.900 Euro): Weiterbildungssparen
  • Für alleinstehende Arbeitnehmer, die nach dem Vermögensbildungsgesetz (VermBG) vermögenswirksame Leistungen (außer in Form eines Bausparvertrags, s.o.) ansparen und Anspruch haben auf die „Arbeitnehmersparzulage“ (das ist der Fall bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 20.000 Euro): Weiterbildungssparen
Sie sind alleinstehend und selbstständig: Informieren Sie sich über den Prämiengutschein.
  • Für alleinstehende Selbstständige mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 20.000 Euro: Prämiengutschein
Sie sind verheiratet und angestellt: Informieren Sie sich über den Prämiengutschein und/oder das Weiterbildungssparen.
  • Für verheiratete Arbeitnehmer/innen mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 40.000 Euro: Prämiengutschein
  • Für verheiratete Arbeitnehmer mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 35.800 Euro, die nach dem Vermögensbildungsgesetz (VermBG) vermögenswirksame Leistungen in Form eines Bausparvertrags ansparen und Anspruch auf die „Arbeitnehmersparzulage“ haben: Weiterbildungssparen
  • Für verheiratete Arbeitnehmer mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 40.000 Euro, die nach dem Vermögensbildungsgesetz (VermBG) vermögenswirksame Leistungen (außer in Form eines Bausparvertrags, s.o.) ansparen und Anspruch auf die „Arbeitnehmersparzulage“ haben: Weiterbildungssparen
Sie sind verheiratet und selbstständig: Informieren Sie sich über den Prämiengutschein.
  • Für verheiratete Selbstständige mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 40.000 Euro: Prämiengutschein
Sie sind unter 25 Jahre alt*.

UND Sie sind mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mindestens 15 Stunden berufstätig oder bei der Arbeitsagentur als arbeitssuchend gemeldet.
UND Sie können besondere Leistungen** nachweisen in Ihrer nach BBiG oder HwO anerkannten Ausbildung oder in einem bundesgesetzlich geregelten Fachberuf im Gesundheitswesen.
ODER Sie können besondere Leistungen** in Ihrem Beruf vorweisen.

Informieren Sie sich über das Weiterbildungsstipendium.

* Die Altersgrenze kann sich um bis zu 3 Jahre verschieben durch Anrechnungszeiten wie z.B. Elternzeit oder Freiwilligendienst.

** Das bedeutet, dass Sie entweder bei Ihrer Berufsabschlussprüfung mindestens 87 Punkte oder eine Note erreicht haben, die besser als „gut“ ist (Durchschnittnote 1,9 oder besser bei mehreren Prüfungsteilen), oder dass Sie zu den drei besten zählten bei einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb, oder dass Ihr Arbeitgeber oder Ihre Berufsschule Sie mit einer schriftlichen Begründung vorschlägt und Sie so Ihre besondere Qualifikation nachweisen.

Sie haben eine nach BBiG oder HwO anerkannte (oder eine vergleichbare) Erstausbildung abgeschlossen.

Ihr Familienstand, Ihr Alter, ob Sie angestellt sind oder nicht, spielt keine Rolle.

Informieren Sie sich über das Meister-Bafög (Aufstiegsförderung).

Sie haben eine Ausbildung abgeschlossen und waren danach mindestens zwei Jahre lang berufstätig.

UND Sie haben noch keinen Hochschulabschluss.
UND Sie möchten ein Voll- oder Teilzeitstudium aufnehmen.
UND Sie wissen schon konkret, was Sie studieren wollen.
UND Sie können nachweisen, dass Sie während Ihrer Ausbildung / in Ihrem Beruf besonders leistungsfähig* waren.

Informieren Sie sich über das Aufstiegsstipendium.

* Das bedeutet, dass Sie entweder bei Ihrer Berufsabschlussprüfung mindestens 87 Punkte oder eine Note erreicht haben, die besser als „gut“ ist (Durchschnittnote 1,9 oder besser bei mehreren Prüfungsteilen), oder dass Sie zu den drei besten zählten bei einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb, oder dass Ihr Arbeitgeber oder Ihre Berufsschule Sie mit einer schriftlichen Begründung vorschlägt und Sie so Ihre besondere Qualifikation nachweisen.

Sie möchten studieren oder Sie studieren schon.

UND Sie haben herausragend gute Schulnoten und/oder ihre Leistungen an der Hochschule sind besonders gut.
UND Sie sind gesellschaftlich engagiert.

Informieren Sie sich über das Deutschlandstipendium.

Ihnen droht die Kündigung.

ODER Ihr Arbeitsvertrag läuft aus.
ODER Sie sind arbeitslos.

Informieren Sie sich über den Bildungsgutschein.

Sie stehen in einem sozialversicherungspflichtigen Abeitsverhältnis und haben keinen Berufsabschluss.

Informieren Sie sich über das Programm WeGebAU.

Sie stehen in einem sozialversicherungspflichtigen Abeitsverhältnis, arbeiten aber seit mindestens vier Jahren nicht mehr in Ihrem Ausbildungsberuf.

Informieren Sie sich über das Programm WeGebAU.

Sie sind in einem Betrieb mit weniger als 250 Mitarbeitern angestellt.

Informieren Sie sich über das Programm WeGebAU.

Sie arbeiten in Nordrhein-Westfalen: Informieren Sie sich über das Sonderprogramm Bildungsscheck NRW Fachkräfte (2013 bis 2015).
  • Für Beschäftige, für Un- und Angelernte, für Zuwanderer, für Berufsrückkehrer, evtl. für Existenzgründer/innen in den ersten 5 Jahren: Bildungsscheck NRW
Sie leben in Brandenburg: Informieren Sie sich über den Bildungsscheck Brandenburg.
Sie leben oder arbeiten in Rheinland-Pfalz: Informieren Sie sich über den QualiScheck.
  • Für abhängig Beschäftigte, geringfügig Beschäftigte, Berufsrückkehrer/innen, für Existenzgründer/innen in den ersten 5 Jahren: QualiScheck
Sie leben oder arbeiten in Hamburg: Informieren Sie sich über den Weiterbildungsbonus.
  • Für geringqualifizierte und ungelernte Beschäftigte und Selbstständige, auch mit Migrationshintergrund
  • Für Beschäftigte und Selbstständige in kleinen und mittleren Unternehmen des Hamburger Handwerks
  • Für Auszubildende
  • Für Existenzgründer/innen (ALG I und II)
  • Für Selbstständige im ALG II Bezug
  • Für sozialversicherungspflichtige Beschäftigte im ALG II Bezug
  • Für Beschäftigte im „Hamburger Modell“

Alle Infos über den Weiterbildungsbonus Hamburg.

Sie leben oder arbeiten in Bremen: Informieren Sie sich über den Bremer Weiterbildungsscheck.
  • Für beschäftigte und unbeschäftigte Erwerbspersonen, deren zu versteuerndes Jahreseinkommen nicht über 25.600 € (steuerlich einzeln veranlagte Personen) bzw. 51.200€ (steuerlich gemeinsam Veranlagte) liegt : Bremer Weiterbildungsscheck
Sie leben in Sachsen: Informieren Sie sich über den Weiterbildungsscheck Sachsen.
  • Für beschäftigte Arbeitnehmer/innen mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von bis zu 2.500 Euro
  • Für beschäftigte Arbeitnehmer/innen mit einem monatlichen Bruttoeinkommen über 2.500 Euro (maximal 4.150 Euro),
    • die älter als 50 Jahre sind
    • oder die in Teilzeit arbeiten
    • oder die in einem befristeten Arbeitsverhältnis tätig sind
    • oder die Leiharbeitnehmer/innen sind
    • oder die mit der Weiterbildung den ersten akademischen Abschluss anstreben

Alle Infos über den  Weiterbildungsscheck Sachsen.

Informationen zum Weiterbildungsscheck Sachsen für Nichtleistungsempfänger (das heißt, Sie sind arbeitslos und beziehen keine Leistungen der Arbeitsagentur oder des Jobcenters).

Sie arbeiten in einem Unternehmen, das seinen Sitz in Thüringen hat: Informieren Sie sich über den Weiterbildungsscheck Thüringen.
  • Für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Selbstständige mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen zwischen
    20.000 Euro und 40.000 Euro (für steuerlich gemeinsam Veranlagte: zwischen 40.000 Euro und 80.000 Euro): Weiterbildungsscheck Thüringen.

Förderung ausführlich – was, wofür, wie viel, bei wem?

Prämiengutschein / Bildungsprämie:

(Unter welchen Voraussetzungen Sie gefördert werden, steht oben. Es gibt vier verschiedene Zielgruppen, bitte sehen Sie sich die ersten vier Kästen an.)

Welche Art der Weiterbildung wird gefördert?
Sie können alle zwei Jahre für eine berufliche Weiterbildung Förderung in Anspruch nehmen.
Die Fortbildung muss Sie beruflich weiterbringen.
Innerbetriebliche Maßnahmen werden nicht gefördert.

Dürfen Sie die Förderung kombinieren?
Der Prämiengutschein kann mit Weiterbildungssparen kombiniert werden.

Wie viel Geld bekommen Sie?
Für die Hälfte der Kurskosten wird ein Gutschein ausgestellt, mehr als 500 Euro bekommen Sie aber nicht.

Wo können Sie die Förderung beantragen?
Regionale Industrie- und Handelskammern,Volkshochschulen und Einrichtungen der Kommunen haben Beratungsstellen (die jeweils neutral beraten und auch über die Kurse der anderen informieren). Adressen gibt’s hier: Auf http://www.bildungspraemie.info/de/170.php und unter 08 00/2 62 30 00 (kostenlose Hotline).

Weiterbildungssparen:

(Unter welchen Voraussetzungen Sie gefördert werden, steht oben. Es gibt vier verschiedene Zielgruppen, bitte sehen Sie sich den ersten und den dritten Kasten an.)

Welche Art der Weiterbildung wird gefördert?
Sie können alle zwei Jahre für eine berufliche Weiterbildung Förderung in Anspruch nehmen.
Die Fortbildung muss Sie beruflich weiterbringen.
Innerbetriebliche Maßnahmen werden nicht gefördert.

Dürfen Sie die Förderung mit einer anderen kombinieren?
Das Weiterbildungssparen kann mit dem Prämiengutschein kombiniert werden.

Wie viel Geld bekommen Sie?
Das Weiterbildungssparen ermöglicht Ihnen, innerhalb der siebenjährigen Sperrfrist Geld aus einem Sparvertrag über vermögenswirksame Leistungen zu entnehmen, ohne Ihren Anspruch auf die Arbeitnehmerzulage zu verlieren.

Sie sollten sich bei Ihrem Kreditinstitutes informieren, welche Bedingungen gelten, wenn Sie Ihr Sparguthaben antasten.

Sie bekommen bei einer Beratungsstelle einen Spargutschein, den der Kursanbieter ausfüllen muss. Damit gehen Sie dann zu Ihrer Bank und können nun Geld aus dem Sparvertrag entnehmen.

Wo können Sie die Förderung beantragen?
Falls Sie noch keinen Sparvertrag über vermögenswirksame Leistungen haben, informieren Sie sich bei Ihrem Betriebsrat oder Ihrer Personalstelle, ob Ihnen so etwas überhaupt zusteht.

Infos über’s Weiterbildungssparen bekommen Sie bundesweit in Beratungsstellen. Eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie über diese Seite: http://www.bildungspraemie.info/de/170.php

Weiterbildungsstipendium

(Unter welchen Voraussetzungen Sie gefördert werden, steht oben.)

Welche Art der Weiterbildung wird gefördert?
Anspruchsvolle Weiterbildungen, die Sie in der Regel berufsbegleitend durchführen.

Sie können eine Förderung beantragen,

  • wenn Sie fachbezogene berufliche Qualifikationen erwerben möchten,
  • wenn Sie sich in Vorbereitungskursen auf die Prüfungen der beruflichen Aufstiegsfortbildungen vorbereiten möchten (z.B. Meister/-in, Techniker/-in, Betriebswirt/-in, Fachwirt/-in, Fachkaufmann/Fachkauffrau),
  • wenn Sie Seminare belegen möchten, um fachübergreifende und soziale Kompetenzen zu erwerben (z.B. Fremdsprachen, EDV, Rhetorik, Mitarbeiterführung, Konfliktmanagement),
  • wenn Sie sich in berufsbegleitende Studiengänge einschreiben möchten, die auf Ihrer Ausbildung oder Berufstätigkeit aufbauen.

Wie wie Geld bekommen Sie?
Insgesamt können Sie einen Zuschuss von 6.000 Euro für die Fernstudiumkosten, für Fahrtkosten, für Aufenthaltskosten und für notwendige Areitsmittel bei beliebig vielen Weiterbildungen beantragen, die förderfähig sind.

Sie bekommen also jährlich 2.000 Euro innerhalb eines Förderzeitraums von drei Jahren.

10 % der Kosten einer „Fördermaßnahme“ müssen Sie selbst übernehmen, die werden aber nicht auf die Gesamtsumme angerechnet.

Wo können Sie die Förderung beantragen?
Ihr Ausbildungsvertrag war/ist eingetragen bei einer Handwerks- oder Industrie- oder Handelskammer oder bei einer Einrichtung des öffentlichen Dienstes. Dort können Sie sich bewerben.

Wenn Sie eine Ausbildung abgeschlossen haben in einem Beruf im Gesundheitswesen, können Sie sich direkt bei der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung bewerben.

So läuft die Bewerbung ab:
Voraussetzungen abgleichen, Kontakt aufnehmen mit der für Sie zuständigen Stelle, Unterlagen erhalten und ausfüllen und mit den erforderlichen Belegen (Kopie des Prüfungszeugnisses und weitere Unterlagen) zurückschicken an die zuständige Stelle. Die Zu- oder Absage erhalten Sie per Post.

Meister-BAföG (nicht nur für Meister!):

(Unter welchen Voraussetzungen Sie gefördert werden, steht oben.)

Welche Art der Weiterbildung wird gefördert?
Da die Voraussetzung für eine Meister-BAföG-Förderung eine erste Ausbildung ist (Kriterien siehe oben), sind nur solche Fortbildungen förderungsfähig, zu deren Zulassungsvoraussetzungen eben genau diese Erstausbildung gehört.

Außerdem muss das Niveau der Fortbildung über dem einer Facharbeiter-, Gesellen- oder Gehilfenprüfung oder eines Berufsfachschulabschlusses liegen.

Auf der Webseite übers Meister-BAföG wird noch detaillierter aufgeschlüsselt, worauf die Fortbildung gezielt vorbereiten muss, damit Sie finanziell unterstützt werden. Bitte klicken Sie auf dieser Seite auf „Welche Maßnahme ist förderungsfähig?“, um alle Infos zu bekommen.

Wichtig zu wissen ist noch, dass Ihre Aufstiegsfortbildung auch dann gefördert wird, wenn Sie vorher schon eine „auf eigene Kosten“ durchgeführt haben sollten.

Ihre Aufstiegsfortbildung muss mindestens 400 Unterrichtsstunden dauern.

Fernlehrgänge werden gefördert, wenn sie die oben erwähnten Kriterien erfüllen und denen des Fernunterrichtsschutzgesetzes entsprechen.

Wenn Sie einen Fernlehrgang nebenberuflich oder in Vollzeit absolvieren wollen, erkundigen Sie sich bitte direkt unter der kostenfreien Info-Hotline 0800 – 6223634 nach den Bedingungen.

Fortbildungsabschlüsse, die oberhalb der Meisterebene liegen, wie zum Beispiel ein Abschluss an einer Fernhochschule, werden nicht gefördert.

Wie viel Geld bekommen Sie?
Unabhängig von Ihrem Einkommen und Ihrem Vermögen können Sie für die Lehrgangs- und Prüfungskosten bis zu 10.226 Euro bekommen. Von diesem Betrag werden 30,5% als Zuschuss ausgezahlt und der Rest als zinsgünstiges Darlehen.

Für das Darlehen müssen Sie während Ihrer Fortbildung und danach für maximal 6 Jahre keine Zinsen zahlen und nichts tilgen. Innerhalb von zehn Jahren ist das Darlehen mit monatlichen Raten von mindestens 128 Euro zurückzuzahlen.

Wenn Sie die Abschlussprüfung bestehen, können Sie beantragen, dass Ihnen 25 Prozent des zu der Zeit noch nicht fällig gewordenen Darlehens erlassen werden.

Bestehen Geförderte die Abschlussprüfung der Aufstiegsfortbildungsmaßnahme, werden Ihnen auf Antrag 25 Prozent des zu diesem Zeitpunkt noch nicht fällig gewordenen Darlehens für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren erlassen.

Außerdem gibt es noch weitere Möglichkeiten, weniger zurückzahlen zu müssen. Wenn Sie ein Unternehmen gründen oder übernehmen, wird Ihnen für maximal 2 Mitarbeiter/innen, die Sie ausbilden und/oder einstellen, jeweils 33 Prozent des Restdarlehens erlassen.

Wo können Sie die Förderung beantragen?
Wenden Sie sich an die kommunalen Ämter für Ausbildungsförderung bei den Kreisen und kreisfreien Städten. Hier finden Sie ein Amt in Ihrer Nähe.

Wenn Sie in Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen wohnen, werden Ihnen die Adressen der zuständigen Stellen hier angezeigt.

Aufstiegsstipendium

(Unter welchen Voraussetzungen Sie Anspruch haben, steht oben.)

Welche Art der Weiterbildung wird gefördert?
Ein Studium, das Sie in Vollzeit oder berufsbegleitend durchführen an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule oder Fernhochschule in Deutschland, in anderen EU-Ländern oder in der Schweiz.

Wie wie Geld bekommen Sie?
Wenn Sie vollzeitstudierend sind, bekommen Sie im Monat 670 Euro und 80 Euro für Lehrmittel. Eltern können zusätzlich einen Pauschalbetrag für die Kinderbetreuung erhalten.

Wenn Sie berufsbegleitend studieren möchten, beträgt die Unterstützung 2.000 Euro jährlich.

Wie lange Sie Geld bekommen, hängt von der Regelstudienzeit ab, die in der Studienordnung vorgesehenen ist.

Wo können Sie die Förderung beantragen?
Sie bewerben sich direkt bei der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) . In einem dreistufigen Auswahlverfahren wird festgestellt, ob Sie das Stipendium bekommen:

Sie müssen zuerst einen Online-Fragebogen ausfüllen und die oben beschriebenen Nachweise vorlegen. Danach erhalten Sie einen Kompetenz-Check, den Sie auch online bearbeiten. Wenn Sie zu den besten Bewerberinnen und Bewerbern gehören, werden Sie zum Auswahlgespräch eingeladen.

Lesen Sie sich am besten auch das PDF-Dokument mit den ausführlichen Bewerbungsinformationen durch.

Für das Auswahlverfahren 2014 II können Sie sich voraussichtlich online bewerben vom 29. April bis zum 14. Juli 2014. Bitte überprüfen Sie den Termin hier.

Deutschlandstipendium

(Unter welchen Voraussetzungen Sie Anspruch haben, steht oben.)

Welche Art der Weiterbildung wird gefördert?
Ein Hochschulstudium.

Wie wie Geld bekommen Sie?
Sie bekommen 300 Euro pro Monat, und zwar unabhängig von Ihrem sonstigen Einkommen oder dem Einkomen Ihrer Eltern. Das Stipendium wird von der Hochschule ausgezahlt, an der Sie immatrikuliert sind oder sich immatrikulieren wollen.

Wo können Sie die Förderung beantragen?
Sie müssen herausfinden, ob die Fernhochschule das Deutschlandstipendium anbietet, an der Sie studieren wollen und sich dann direkt dort bewerben.

Fernhochschulen, die das Deutschlandstipendium anbieten (Stand März 2014): IUBH, Hamburger Fernhochschule

Bildungsgutschein

(Unter welchen Voraussetzungen Sie Anspruch haben, steht oben.)

Welche Art der Weiterbildung wird gefördert?
Solche Weiterbildungen, die Ihre Rückkehr in den Arbeitsmarkt wahrscheinlicher machen.

Wie wie Geld bekommen Sie?
Das hängt davon ab, für welche Weiterbildung Sie sich entscheiden beziehungsweise welche Ihr Arbeitsberater für nötig hält. Denn Ihre zuständige Arbeitsagentur übernimmt alle Kosten, die Ihnen aufgrund der Weiterbildung entstehen.

Dazu gehören die Lehrgangsgebühren, etwaige Fahrt- und Unterkunftskosten, Kosten für Ihre Verpflegung und für die Betreuung Ihrer Kinder.

Falls Sie Arbeitslosengeld erhalten – das bekommen Sie auch während Ihrer Weiterbildung.

Wo können Sie die Förderung beantragen?
Sie wenden sich an die für Sie zuständige Arbeitsagentur.

Nachdem der Arbeitsberater das Bildungsziel Ihrer Weiterbildung festgelegt hat, trägt er das auf dem Bildungsgutschein ein und unter anderem auch, wie lange der Gutschein gültig ist.

Sie suchen sich dann selbst ein passendes Angebot aus und melden sich an. Nachdem der Anbieter der Weiterbildung seine Daten auf dem Gutschein eingetragen hat, reichen Sie diesen vor Beginn der Weiterbildung bei der Arbeitsagentur ein.

Ausführliche Infos gibt’s im Merkblatt Förderung der beruflichen Weiterbildung.

Programm WeGebAU

(Unter welchen Voraussetzungen Sie Anspruch haben, steht oben.)

Welche Art der Weiterbildung wird gefördert?
Ihnen soll durch diese Qualifizierungsförderung ermöglicht werden, einen anerkannten Berufsabschluss beziehungsweise eine berufsanschlussfähige Teilqualifikation zu erwerben.

WeGebAU steht für Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen.

Wie wie Geld bekommen Sie?
Bitte informieren Sie sich bei Ihrer zuständigen Arbeitsagentur darüber. Es scheint so zu sein, dass Kosten der Weiterbildung zu 100% übernommen werden können und dass Ihrem Arbeitgeber die Lohnkosten teilweise oder auch ganz erstattet werden, wenn er Sie für Ihre Weiterbildung freistellt.

Wo können Sie die Förderung beantragen?
Sie wenden sich an die für Sie zuständige Arbeitsagentur. Ausführliche Infos gibt’s im Merkblatt.

Fazit:

Wer sich vor der Anmeldung zu einem Fernstudium oder zu einem Fernlehrgang über finanzielle Förderungen informiert, kann mit großer Wahrscheinlichkeit Fernstudium-Kosten sparen.

Die verschiedenen Programme haben unterschiedliche Fördervoraussetzungen, sodass es nahezu für jede persönliche Ausgangslage die passende Förderung geben sollte.

Also: Erstmal genau alle Fördermöglichkeiten prüfen, wenn Sie eine Weiterbildung im Fernstudium oder im Fernlehrgang planen!